Adolfine Malcher

Schulgründerin und sozial engagierte Kämpferin für ein besseres Leben der Frauen

Ihr Bezug zu Baden:

Gründung des Mädchenlyzeums und der heutigen HLA in Baden

geb. von Kronenfeldt (1858 – 1948)

Nach ihrer Kindheit, die sie als Tochter eines österreichischen Offiziers in Südafrika verbrachte, und einigen Jahren auf einem Landgut in Ostgalizien, Polen, siedelte sich Adolfine Malcher im Jahr 1885 in Baden an. Sie lebte dort mit ihrem Mann und acht Kindern als vielbeschäftigte Hausfrau in einem wohlhabenden bürgerlichen Haushalt.

Mit der Frauenrechtsbewegung kam Malcher in Kontakt, als sie feststellen musste, dass die Möglichkeiten für einen qualitätvollen Schulbesuch für Mädchen äußerst dürftig aussahen.

1902 übernahm sie die Leitung der „Gesellschaft für erweiterte Frauenbildung und Frauenberufe in Baden“ als dessen erste und tatkräftigste Präsidentin. Sie übte dieses Amt mit großem Organisationstalent, Ideenreichtum und mit Geschick im Umgang mit ihren Verbindungen zu höchsten Kreisen rund um das Kaiseehaus aus. Unter anderem wusste sie den guten Kontakt zu Erzherzogin Isabelle für ihre Vorhaben zu nützen.

So schaffte Adolfine Malcher einige Schulgründungen. Als Beispiele können das Mädchenlyzeum (später Gymnasium Frauengasse) und eine höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe (später HLA) genannt werden. Auch die erfolgreiche Errichtung eines Heims für Wöchnerinnen und Säuglinge, das sogenannte „Zita-Heim“ sei hier erwähnt.

Einen beträchtlichen Teil der Mittel, die für die neuen Einrichtungen gebraucht wurden, erwirtschaftete Adolfine Malcher bei den von ihr organisierten „Parkfesten“, was ihr den Beinamen „die Metternich von Baden“ einbrachte. (Auch Pauline Metternich war eine Meisterin im Geldaufbringen durch Feste.)

Jedenfalls schaffe es Adolfine Malcher durch ihr Wirken den Lebensweg vieler Frauen positiv zu beeinflussen: Ein gutes Stück weg von den drei „K“ – Kinder, Küche, Kirche – hin zu den von Malcher propagierten drei „B“ – Bildung, Beruf und Beistand bei der Geburt und der Kindererziehung.

von Doris Bernhuber

Quellen: