Jakob Lena Knebl

Künstlerin

Ihr Bezug zu Baden:

geboren am 22. März 1970 in Baden bei Wien

Riesenhafte Strumpfblumen, Begehrensräume, ein kippendes Sofa (1). 1970 in Baden geboren, befasst sich Jakob Lena Knebl in Inszenierungen und  Werken mit der Annäherung an das Kunstobjekt, ja vielleicht sogar mit dem Vermischen des Objekts mit dem eigenen Ich, durch revolvierende Auseinandersetzung. Motive, wie Fetisch und die Konstruktion von Identität sind im Werk von Knebl wiederkehrend verankert.

Fetischismus (und damit auch eine gewisse Kreativität in sexuellen Praktiken) ist übrigens noch eine männliche Domäne, wie Knebl im Gespräch mit dem Kunsthaus Bregenz anlässlich der Ausstellung »Jakob Lena Knebl & Ashley Hans Scheirl – Seasonal Greetings« schildert (2). Auch hier drängt sich wieder die Frage auf, wie Identität konstruiert wird. Knebl selbst inszeniert sich bewusst schräg und spielt mit Künstler*innen-Image und Klischees.

Knebl hat Modedesign und textuelle Bildhauerei studiert und interessiert sich für die Diskrepanz zwischen den beiden Disziplinen. Kunst und Design seien hierarchisch, meint Knebl da im Interview mit dem Mumok. Kein Mensch könne ohne Design leben, ohne Kunst aber sehr wohl. Und wann ist der Gegenstand Kunst und wann nur ein Stuhl? (3)

Knebl will das eigene Werk als „Körpererweiterung“ und sichtbar gemachte Kunst und Design verstanden wissen.

Zuletzt haben Knebl mit Ashley Hans Scheirl die Räume des Kunsthaus Bregenz bespielt. 2022 vertreten die beiden Österreich in Venedig bei der Biennale.

Ausstellungen (Auszug)

  • „Seasonal Greetings“ – Kunsthaus Bregenz 2020/ 2021
  • „there are more things …“ – Kunstverein Baden 2015/2016
  • „Remembering tomorrow“ – Kunstverein Baden 2014
  • „Seduction – without Certificat of Authenticity“, Reflecting Fashion, Mumok, Wien, 2012„Jakob Lena Knebls künstlerische Praxis ist geprägt von der Auseinandersetzung mit Identität als soziokulturelles Konstrukt. Durch ihre Interventionen unterwandert sie nicht nur normative Schönheits- und Geschlechterideale, sondern auch die formal-ästhetischen Normen des Interieurs und dessen soziale Konnotationen. Sie schreibt sich dem Interieur und Dekorationsstücken förmlich körperlich ein, verwandelt sich in eine Memphis-Design-Vase, ein Mondrian-Kleid und ein lebendes Picasso-Gemälde.“
    Astrid Peterle zur Ausstellung „Seduction – without Certificat of Authenticity“, Reflecting Fashion, Mumok, Wien, 2012