Jakob Lena Knebl

Künstlerin

Ihr Bezug zu Baden:

geboren am 22. März 1970 in Baden bei Wien

Genderterroristin

So wurde Jakob Lena Knebl einst von FM4 genannt¹. Dabei reichen ihr die Begriffe, mit denen andere sie so gern bezeichnen wollen, einfach nicht aus. „Frau“, „Mann“, „lesbisch“, „queer“ – all das passt halt nie so ganz. Warum also nicht einfach darauf verzichten und je nach Laune mal Jakob und mal Lena sein. Und morgen etwas Neues.

Kanonbrecherin

Bis 22. Oktober 2017 ist die Ausstellung „Oh… Jakob Lena Knebl und die mumok Sammlung“² noch zu sehen und bringt endlich den ewig versprochenen neuen Wind in ein Museum, das sich moderner Kunst verschreibt. Der Kanon der mittlerweile alt gewordenen zeitgenössischen KünstlerInnen ist mit J. L. Knebl um einen vielversprechenden Namen reicher geworden. Einen Namen, den man sich auch merken sollte.

Wahrheitsfinderin

„Alles Nackte ist wahr“ gilt nicht mehr³. Vielleicht fand das J. L. Knebl in ihrem Doppelstudium der Mode und Bildhauerei heraus. Räume und Objekte sind eine Verlängerung der eigenen Identität und helfen uns demnach bei der Suche nach uns selbst. So trägt Giacomettis „Stehende“ jetzt ein rotes Latexkleid und mag es auch. Dieses Mögen von Objekten, das manchmal wie eine Krankheit unserer Zeit scheint, zu dem steht J. L. Knebl. Und wie schön und aufregend so eine Liebe zu den Dingen sein kann, zeigen ihre Arbeiten.

Ausstellungen (Auszug)

  • „there are more things …“ – Kunstverein Baden 2015/2016
  • „Remembering tomorrow“ – Kunstverein Baden 2014
  • „Seduction – without Certificat of Authenticity“, Reflecting Fashion, Mumok, Wien, 2012

    „Jakob Lena Knebls künstlerische Praxis ist geprägt von der Auseinandersetzung mit Identität als soziokulturelles Konstrukt. Durch ihre Interventionen unterwandert sie nicht nur normative Schönheits- und Geschlechterideale, sondern auch die formal-ästhetischen Normen des Interieurs und dessen soziale Konnotationen. Sie schreibt sich dem Interieur und Dekorationsstücken förmlich körperlich ein, verwandelt sich in eine Memphis-Design-Vase, ein Mondrian-Kleid und ein lebendes Picasso-Gemälde.“
    Astrid Peterle zur Ausstellung „Seduction – without Certificat of Authenticity“, Reflecting Fashion, Mumok, Wien, 2012