Diemut von Baden

Mitgründerin Badens

Die Stadt Baden in einer zeitgenössischen Darstellung 1482 (Foto: wikimedia commons)

Ihr Bezug zu Baden:

herrschte über Baden!
Schuf Vorort Neustift
Mitgründerin Badens

1262 – 1308 (wahrscheinliche Regierungszeit)

Die erste „Gegenderte“

Sie war wohl eine mutige Frau und trug ihren Namen zu Recht. Ihr späterer Ehemann Alber I. wurde um 1260 (Hochmittelalter) von Bernhard von Wolkersdorf gefangengenommen und nur gegen ein große Summe Lösegeld wieder freigelassen. Um das bezahlen zu können, musste Alber seinen ganzen Badener Besitz verpfänden. Alber und Diemut von Merswanch heirateten, doch es stellte sich heraus, dass Alber das Pfand nicht auslösen konnte.

Die Auslöserin

Jetzt trat Diemut auf den Plan und verkaufte ihr eigenes Erbe, um die Besitzungen ihres Mannes auszulösen und ihn damit vor dem Ruin zu retten.
Als Dank schenkte Alber ihr 1262 seine gesamten Besitzungen und hinterlegte das Dokument im Stift Heiligenkreuz. Als Alber ca. zehn Jahre später starb, blieb Diemut mit ihren drei kleinen Kindern und einer großen Herrschaft zurück.

Die Mitgründerin

Sie wurde zu einer der wichtigsten Gründerinnen des mittelalterlichen Badens. Über 40 Jahre verwaltete Diemut den Besitz klug, was ihr den Titel „ehrbare Altfrau von Baden“ eintrug. Sie erschloss neue Siedlungsgebiete und schuf 18 neue Höfe und eine Mühle im neuen Vorort Badens, der sogenannten „Neustift“ (vgl heute Neustiftgasse).

Eine ungewöhnliche Frau, die Ungewöhnliches vollbrachte und einen ungewöhnlichen Namen trug, der heute sensationell aktuell erscheint. Ihr Schicksal, nicht im kollektiven Bewusstsein der Stadt verankert zu sein, ist typisch für ungewöhnliche weibliche Lebensläufe, die wenig oder keine Wertschätzung erfahren. Eine Frau, die mehr allgemeine Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient.

von Beate Jorda

Quellen:
Rudolf Maurer, Baden. In: Wiener Stadt- und Landesarchiv et al., Österreichischer Städteatlas, 6. Lieferung (Wien 2000).
Rudolf Maurer: Die Untere Neustift. Eine uralte Vorstadt Badens. Katalogblätter des Rollettmuseums Baden, Nr. 30. Baden 2001.